Ein Waisenhaus ohne Verwaltungskosten – Hintergrund zum ISA Childrens Home

Ein Waisenhaus ohne Verwaltungskosten – Hintergrund zum ISA Childrens Home

Das ISA Child­rens Home ist ein Wai­sen­haus für jun­ge indi­sche Mäd­chen. Ohne Ver­wal­tungs­kos­ten. Mit viel Herz. 2003 wur­de das Pro­jekt von Andre­as Bölts und sei­ner Frau Dör­te ins Leben geru­fen. Dafür wur­de in Indi­en, im Bun­des­land Tamil Nadu, sowie in Deutsch­land ein gemein­nüt­zi­ger Ver­ein gegrün­det. Sei­ne Mit­glie­der haben sich zum Ziel gesetzt, den Wai­sen­kin­dern ein behü­te­tes Zuhau­se zu schaf­fen sowie eine gute Schul­aus­bil­dung zu ermög­li­chen.
Durch die ergän­zen­de Grün­dung einer Grund­stücks­ge­sell­schaft in Indi­en konn­te ein Grund­stück im süd­in­di­schen Madu­rai erwor­ben wer­den – der Nähr­bo­den für eine „zwei­te Chan­ce“. Auf die­sem Boden steht heu­te ein eige­nes Gebäu­de für 25 Wai­sen­kin­der.
Die Mit­glie­der des Ver­eins füh­ren alle anfal­len­den Ver­wal­tungs­ar­bei­ten, die regel­mä­ßi­gen Besu­che in Süd-Indi­en, die Pla­nung und den Auf­bau des Hau­ses, die Buch­füh­rung und die Pfle­ge der Inter­net­prä­senz ehren­amt­lich und unent­gelt­lich aus. So kommt jeder gespen­de­te Cent ohne Abzü­ge da an, wo er gebraucht wird: Bei den Kin­dern.
Ursprüng­lich war das Haus für alle Wai­sen, unab­hän­gig vom Geschlecht, gedacht. Doch die Gesetz­ge­bung Indi­ens mach­te die Füh­rung einer sol­chen Insti­tu­ti­on zu einem Papier­krieg, erklärt Andre­as Bölts. Mitt­ler­wei­le sind in dem Haus nur Mäd­chen unter­ge­bracht. Sie benö­ti­gen die Unter­stüt­zung am meis­ten, denn Frau­en und Mäd­chen sind in der patri­ar­cha­lisch gepräg­ten indi­schen Gesell­schaft trotz der recht­li­chen Gleich­stel­lung von Mann und Frau nach wie vor benach­tei­ligt.
Durch Spen­den, viel Enga­ge­ment und Herz kön­nen alle Kin­der die Schu­le besu­chen. Sie erhal­ten die not­wen­di­gen Unter­richts­ma­te­ria­li­en und eine inten­si­ve För­de­rung. Dadurch kön­nen alle gute schu­li­sche Leis­tun­gen sowie Fort­schrit­te im Erler­nen der eng­li­schen Spra­che vor­wei­sen. Dank der Spen­den genie­ßen die Kin­der außer­dem regel­mä­ßi­ge Mahl­zei­ten, die Unter­kunft konn­te ver­bes­sert und neue Klei­dung ange­schafft wer­den.
Im März 2016 ver­brach­te das Ehe­paar Bölts mit einem befreun­de­ten Zahn­arzt und des­sen Toch­ter wie­der eini­ge Zeit vor Ort in Indi­en. Es gab gleich alle Hän­de voll zu tun, um die anste­hen­den Zahn­be­hand­lun­gen durch­zu­füh­ren. Vie­le Kilo Über­ge­päck in Form von Zan­gen, Spie­geln, Boh­rern und ande­ren medi­zi­ni­schen Gerä­ten muss­ten aus­ge­packt wer­den. In Indi­en war von Spen­den­gel­dern ein Zahn­arzt­stuhl erwor­ben wor­den. Den dazu­ge­hö­ri­gen Behand­lungs­raum stif­te­te das Ehe­paar Bölts. Unter den kli­ma­tisch schwie­ri­gen Bedin­gun­gen, bei 38 Grad Cel­si­us, leis­te­ten Dr. Uwe Kiszka und sei­ne assis­tie­ren­de Toch­ter Sina groß­ar­ti­ge Arbeit. Neben den Kin­dern, Betreu­ern und deren Fami­li­en wur­den auch zahl­rei­che Schmerz­pa­ti­en­ten behan­delt, die teil­wei­se von weit­her ange­reist waren. Andre­as Bölts und sei­ne Frau Dör­te konn­ten sich aber auch die Zeit für Gesprä­che und Spie­le mit den Kin­dern neh­men. Aus vie­len der Kin­der sind inzwi­schen Jugend­li­che gewor­den, die sich Gedan­ken über ihre Zukunft machen. Für eini­ge Abitu­ri­en­tin­nen konn­ten mitt­ler­wei­le sogar Stu­di­en­plät­ze in ihren Wunsch­fä­chern gefun­den wer­den, was in Indi­en durch­aus nicht All­tag ist. Nach einer sehr inten­si­ven Zeit vor Ort gel­ten nun die nächs­ten Pla­nun­gen der Instal­la­ti­on einer Pho­to­vol­ta­ik-Anla­ge, da sich die Strom­kos­ten im letz­ten Jahr mehr als ver­dop­pelt haben. Außer­dem stellt Andre­as Bölts bei jedem erneu­ten Besuch fest, dass es „sei­nen“ Kin­dern den­noch an vie­lem fehlt. Es wer­den unter ande­rem Schul­uni­for­men benö­tigt. Eben­so muss die Finan­zie­rung des Schul­gel­des und des spe­zi­el­len Eng­lisch­un­ter­richts gesi­chert sein. Dar­über hin­aus wol­len die Initia­to­ren natür­lich auch für Spiel­zeug sor­gen. Lei­der stei­gen die Lebens­hal­tungs­kos­ten, auch für Reis, Obst, Gemü­se, jähr­lich. Eben­so ver­hält es sich mit den Kos­ten für Elek­tri­zi­tät, Ben­zin und Bau­ma­te­ria­li­en.
Der Ver­ein ISA Child­rens Home/Unterstützungsverein e.V. hat zwar eini­ge sehr ver­läss­li­che Spon­so­ren, ist aber drin­gend auf wei­te­re Spen­den ange­wie­sen. Jeder Spen­der, der min­des­tens 100 Euro gibt, wird auto­ma­tisch als Ver­eins­mit­glied regis­triert und erhält regel­mä­ßi­ge News­let­ter und Post aus Indi­en. So kann der Spon­sor erfah­ren, wofür genau sei­ne Spen­de ver­wen­det wur­de. (-red)

www.isa-childrens-home.org

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